Rechtstexte für die Website: welche Pflicht sind und was drinstehen muss
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Rechtstexte werden oft wie eine Formalität behandelt, die man am Abend vor dem Start von einer anderen Seite kopiert. Es ist genau umgekehrt: Sie beschreiben, wie du mit deinen Kunden umgehst, und wenn sie etwas anderes sagen, als du tust, schützen sie dich nicht, sondern machen dich angreifbar. In Deutschland kommt dazu, dass fehlerhafte Texte abgemahnt werden können. Dieser Ratgeber erklärt, welche Teile nötig sind, was in jedem stehen muss und wie du sie aktuell hältst.
Das Wichtigste
- Fast jede geschäftliche Website braucht vier Teile: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis und, wenn du verkaufst, AGB mit Widerrufsbelehrung.
- Sie müssen beschreiben, was du wirklich tust: welche Daten, welche Dienste, wie lange. Ein kopierter Text beschreibt ein fremdes Geschäft.
- Das Cookie-Banner muss Ablehnen so einfach wie Zustimmen machen, und nichts Unnötiges wird vor der Entscheidung geladen.
- Bei Gesundheitsdaten steigen die Anforderungen: mehr Information, mehr Sicherheit und Verträge mit Dienstleistern.
- Rechtstexte veralten: Prüfe sie bei jedem neuen Tool, Formular oder Zahlungsweg.
1. Warum es keine Formalität ist
Bei jeder geschäftlichen Website treffen drei Regelwerke aufeinander: die Anbieterkennzeichnung, die dich identifizierbar macht; die DSGVO mit dem deutschen Datenschutzrecht für alles, was du mit Kundendaten tust; und das Verbraucherrecht, sobald du verkaufst. Dazu kommt das Wettbewerbsrecht, über das Mitbewerber und Verbände Fehler abmahnen können.
Der praktische Grund ist aber ein anderer: Rechtstexte liest ein misstrauischer Kunde, bevor er dir seine Nummer gibt oder bezahlt. Ein Impressum ohne Namen oder eine Datenschutzerklärung, die von einem Schuhgeschäft spricht, obwohl du Physiotherapeutin bist, kostet Vertrauen im schlechtesten Moment.
2. Impressum: wer dahintersteht
Das Impressum ist die Visitenkarte des Anbieters. Es muss leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein, in der Praxis über einen Link im Fußbereich jeder Seite. Mindestens hinein gehören:
- Name und ladungsfähige Anschrift; bei Gesellschaften die Rechtsform und die vertretungsberechtigte Person.
- Schnelle Kontaktwege: E-Mail-Adresse und ein weiterer direkter Weg, etwa Telefon.
- Registereintrag mit Registergericht und Nummer, wenn du eingetragen bist.
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls vorhanden.
- Kammer, Berufsbezeichnung und berufsrechtliche Regeln, wenn du einen reglementierten Beruf ausübst, sowie zuständige Aufsichtsbehörde, wenn deine Tätigkeit eine Zulassung braucht.
Ein Postfach reicht als Anschrift nicht. Und das Impressum gilt auch für deine Unternehmensprofile in sozialen Netzwerken.
3. Datenschutzerklärung: was du mit Daten tust
Der wichtigste und am häufigsten kopierte Text. Er muss mit deinen echten Angaben diese Fragen beantworten:
| Frage | Beispiel für ein Geschäft mit Terminbuchung |
|---|---|
| Wer ist verantwortlich? | Dein Name oder deine Firma, mit Kontakt |
| Welche Daten erhebst du? | Name, Telefon, E-Mail, gebuchte Leistung und Notizen zum Termin |
| Wofür? | Termin verwalten, erinnern und, mit Einwilligung, Neuigkeiten senden |
| Auf welcher Rechtsgrundlage? | Die Buchung ist ein Vertrag; Neuigkeiten brauchen die Einwilligung |
| Wie lange? | Solange jemand Kunde ist, danach so lange, wie Steuer- und Handelsrecht es verlangen |
| Wer sieht sie noch? | Dienstleister: Website-Plattform, Zahlungsanbieter, E-Mail |
| Welche Rechte gibt es? | Auskunft, Berichtigung, Löschung, Widerspruch, Einschränkung, Übertragbarkeit und Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde |
In Formularen reicht ein versteckter Link nicht: Neben den Absenden-Knopf gehört ein kurzer Hinweis auf Zweck und Datenschutzerklärung. Für Newsletter brauchst du eine eigene, nicht vorausgefüllte Einwilligung und eine Bestätigung per E-Mail.
5. Wenn du verkaufst: AGB und Widerruf
Sobald jemand auf deiner Website zahlen kann — eine Buchung mit Anzahlung, ein Produkt, eine Zehnerkarte —, brauchst du Bedingungen, die vor der Zahlung angezeigt werden. Sie sollten regeln:
- Was verkauft wird und den Gesamtpreis, mit Steuern und Versandkosten.
- Wie und wann geliefert oder geleistet wird.
- Das Widerrufsrecht von 14 Tagen, wenn es gilt, mit Belehrung und Muster-Formular, und die Ausnahmen, die du nutzt, etwa Freizeitleistungen zu einem festen Termin.
- Deine Stornoregeln für Termine und was mit der Anzahlung passiert.
- Gewährleistung für Produkte und wie sie geltend gemacht wird.
- Einen eindeutig beschrifteten Bestellknopf, etwa „zahlungspflichtig bestellen“; bei Abos zusätzlich einen Kündigungsbutton.
Für die geschäftliche Seite des Verkaufens auf deiner Website gibt es den Ratgeber Online verkaufen.
6. Gesundheitsdaten und andere sensible Daten
Wenn du Physiotherapeut, Psychologin, Ernährungsberater bist oder ein Kosmetikstudio hast, das nach Allergien oder Behandlungen fragt, verarbeitest du Gesundheitsdaten. Sie gehören zu den besonderen Kategorien, und die Latte liegt höher:
- Frag nur das Nötige im Buchungsformular ab. Die Anamnese gehört in die Praxis, nicht in ein freies Textfeld.
- Informiere ausführlicher über Zweck, Schweigepflicht und wer Zugriff hat.
- Schließ einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit jedem Dienstleister, der diese Daten speichert: Website-Plattform, Praxissoftware, E-Mail.
- Setz echte Sicherheitsmaßnahmen um: starke Passwörter, persönliche Zugänge, Backups und keine per Link geteilten Tabellen.
- Führe ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten: die Liste, welche Daten du wofür verarbeitest. Bei Gesundheitsdaten brauchst du es auch als Einzelperson.
Hier lohnt es sich wirklich, Texte und Abläufe von einer Fachperson prüfen zu lassen. Ein Fehler mit Gesundheitsdaten wird teurer und zerstört vor allem das Vertrauen deiner Patienten.
7. Barrierefreiheit
Seit Mitte 2025 verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, dass viele Online-Angebote für Verbraucher auch für Menschen mit Behinderung nutzbar sind. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind in der Regel ausgenommen, aber die Grundlagen zu erfüllen ist gute Praxis und hilft beim Verkaufen:
- Text mit ausreichendem Kontrast und lesbarer Größe.
- Alternativtext für Bilder, die Informationen tragen.
- Formulare und Knöpfe, die per Tastatur bedienbar sind und einen verständlichen Namen haben.
- Untertitel für Videos mit wichtigen Inhalten.
Wächst dein Unternehmen über die Größe eines Kleinstunternehmens hinaus und verkaufst du online, prüfe, was für dich gilt, und veröffentliche eine Erklärung zur Barrierefreiheit.
8. Aktuell halten
Ein Text, der am Tag der Veröffentlichung stimmt, kann drei Monate später veraltet sein. Prüfe ihn, sobald eines davon passiert:
- Du fügst ein neues Formular oder ein neues Feld hinzu.
- Du baust ein Tool ein: Analyse, Chat, Karte, Video, Werbepixel.
- Du verkaufst etwas Neues oder nimmst Geld auf neuem Weg an.
- Du wechselst Website-, E-Mail- oder Zahlungsanbieter.
- Du verschickst erstmals Newsletter oder Werbe-Erinnerungen.
Schreib das Datum der letzten Änderung an den Anfang jedes Textes: Das zwingt zur Prüfung und zeigt, dass sich jemand kümmert. Was deine Website sonst vor dem Start braucht, steht in Website für dein Unternehmen erstellen.
Häufige Fragen
Darf ich Rechtstexte von einer anderen Website kopieren?
Keine gute Idee. Sie beschreiben Daten, Tools und Fristen eines fremden Geschäfts, schützen dich also nicht und können deine Kunden falsch informieren. Außerdem sind fremde Texte urheberrechtlich geschützt. Nutze einen Generator, der von deinen echten Angaben ausgeht, oder lass sie schreiben.
Brauche ich ein Cookie-Banner, wenn ich nur technische Cookies nutze?
Wenn du wirklich nur unbedingt erforderliche Cookies einsetzt, musst du keine Einwilligung einholen, solltest sie aber in der Datenschutzerklärung beschreiben. Sobald Analyse von Drittanbietern oder verfolgende Videos dazukommen, brauchst du das Banner.
Was passiert ohne Impressum?
Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum ist eine Ordnungswidrigkeit und ein häufiger Abmahngrund. Außerdem misstrauen Kunden und Zahlungsanbieter Websites ohne erkennbaren Anbieter.
Ich arbeite allein. Gilt die DSGVO auch für mich?
Ja. Die Größe befreit nicht: Sobald du Kundendaten speicherst, hast du Informations- und Sicherheitspflichten und musst die Rechte der Betroffenen achten. Was sich ändert, ist der Aufwand, und der ist in einem kleinen Geschäft überschaubar.
Wie oft sollte ich die Rechtstexte prüfen?
Bei jeder Änderung daran, wie du Daten erhebst oder nutzt, und in jedem Fall einmal im Jahr. Das Datum der letzten Änderung hilft, es nicht zu vergessen.