Eine Website für dein Unternehmen erstellen (die Kunden bringt)
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Eine Unternehmenswebsite ist kein Flyer: Sie ist die Seite, auf der jemand, der dich nicht kennt, entscheidet, ob er bei dir bucht oder weitersucht. Das verändert, was draufgehört, in welcher Reihenfolge und was weg kann. Dieser Ratgeber geht die echten Entscheidungen durch —wie du sie baust, was du schreibst, was das Gesetz verlangt— ohne Fachchinesisch.
Das Wichtigste
- Entscheide zuerst die eine Handlung, die Besucher ausführen sollen: buchen, ein Angebot anfragen, kaufen oder anrufen. Alles andere ordnet sich darum.
- Es gibt vier Wege zur Website, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wer sie danach pflegt.
- Die Überschrift muss sagen, was du machst, für wen und wo. „Willkommen auf unserer Website“ sagt nichts.
- Mehr als die Hälfte der Besuche kommt vom Smartphone: Kann man dort nicht mit dem Daumen buchen, funktioniert es nicht.
- Impressum, Datenschutzerklärung und eine korrekte Cookie-Einwilligung sind Pflicht, sobald die Website ein Unternehmen darstellt.
1. Leg fest, was deine Website erreichen soll
Bevor du Farben aussuchst, beantworte eine Frage: Was soll jemand tun, der auf die Seite kommt? Meist ist es eine dieser vier Antworten, und es lohnt sich, eine einzige zur wichtigsten zu machen.
- Einen Termin buchen — Friseure, Physiotherapie, Kosmetik, Praxen, Kurse.
- Ein Angebot anfragen — Renovierungen, Hochzeitsfotografie, Leistungen nach Maß.
- Kaufen — Produktshop, Pakete, Gutscheine, Downloads.
- Anrufen oder schreiben — Notfälle: Schlüsseldienst, Klempner, Abschleppdienst.
Diese Handlung bestimmt alles. Ihr Button steht oben, wiederholt sich auf der Seite und ist der einzige in einer auffälligen Farbe. Eine Website mit fünf gleich wichtigen Buttons hat keinen.
2. Die vier Wege zur Website
Jeder davon passt für jemanden. Der echte Unterschied zeigt sich nicht am ersten Tag, sondern im siebten Monat, wenn ein Preis geändert oder eine Leistung ergänzt werden muss.
| Weg | Kosten (Richtwert) | Zeit | Wer pflegt sie | Passt, wenn… |
|---|---|---|---|---|
| Designer oder Agentur | Ab 1.500 € plus Wartung | Wochen bis Monate | Sie, und jede Änderung kostet | Du etwas sehr Individuelles brauchst und Budget hast |
| WordPress auf eigene Faust | Hosting und Domain, plus Plugins und deine Zeit | Tage oder Wochen | Du: Updates, Backups und Sicherheit | Dir die Technik Spaß macht |
| Allgemeiner Homepage-Baukasten | Monatliches Abo | Ein Wochenende | Du, in einem visuellen Editor | Du eine Visitenkarten-Website ohne Buchung und komplexe Zahlungen willst |
| Plattform für deine Branche | Monatliches Abo | Minuten oder Stunden | Du, Buchung und Zahlung sind schon integriert | Du von Terminen, Kursen, Sitzungen oder Verkäufen lebst und keine Teile zusammenbauen willst |
Die ersten drei geben dir eine Website; Buchung, Zahlung und Kundenkartei musst du mit anderen Tools ergänzen und selbst verbinden. Wenn du schon eine hast und über einen Wechsel nachdenkst, erklären wir, wie der Umstieg von Wix, WordPress oder Squarespace läuft.
3. Die Domain: deine Adresse
Die Domain ist das, was nach „www“ kommt. Sie kostet wenig im Jahr und ist das Einzige deiner Online-Präsenz, das dir ganz gehört. Registriere sie deshalb auf deinen Namen, nie auf den des Designers oder der Agentur.
- Kurz und leicht auszusprechen. Musst du sie am Telefon buchstabieren, ist sie schlecht.
- Ohne Bindestriche und Zahlen, außer sie gehören zum Namen.
- .de oder .com. Wenn du in Deutschland arbeitest, wirkt .de vertraut und ist leicht zu bekommen.
- Der Firmenname vor den Suchbegriffen. „praxis-romero.de“ altert besser als „guenstige-physio-koeln.de“.
Wenn du noch keinen Namen hast, liefert der Namensgenerator für Unternehmen Ideen nach Branche (auf Spanisch). Und du kannst mit einer kostenlosen Subdomain starten, solange du prüfst, ob das Geschäft trägt: Die eigene Domain lässt sich später verbinden, ohne alles neu zu machen.
4. Welche Bereiche sie braucht, und in welcher Reihenfolge
Eine Website für ein lokales Unternehmen, die verkauft, hat fast immer denselben Aufbau, weil sie die Fragen der Besucher in der Reihenfolge beantwortet, in der sie sie stellen:
- Kopfbereich mit Überschrift und Button. Was du machst, für wen, wo. Und die Haupthandlung sichtbar, ohne zu scrollen.
- Leistungen mit Preis. Oder wenigstens „ab“. Ein versteckter Preis bringt keine Anrufe, sondern Besucher, die wieder gehen.
- Beweise, dass du gut bist. Echte Bewertungen, Fotos deiner Arbeit, Jahre an Erfahrung, Qualifikationen.
- Wer du bist. Ein Foto von dir und drei Zeilen. Menschen buchen bei Menschen, nicht bei Logos.
- Buchung oder Kontakt. Kalender, Formular oder Shop, ohne die Seite zu verlassen.
- Wo und wann. Adresse, Karte, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet.
- Häufige Fragen. Die fünf, die du ständig per WhatsApp bekommst. Sie sparen dir Nachrichten und helfen bei Google.
Eine gut geordnete Seite verkauft mehr als zehn halb gefüllte. Lege nur dann eigene Unterseiten an, wenn du Inhalt dafür hast: einen Blog, den du pflegst, einen Shop mit Sortiment, sehr unterschiedliche Leistungen.
5. Texte, die dafür sorgen, dass man dich wählt
Der Text zählt mehr als das Design. Besucher brauchen Sekunden, um zu entscheiden, ob sie richtig sind, und sie entscheiden es anhand der Überschrift.
| Statt… | Schreib… |
|---|---|
| Willkommen auf unserer Website | Sportphysiotherapie in Ehrenfeld. Termine noch diese Woche. |
| Wir bieten Qualitätsleistungen | Badsanierung in zehn Tagen, zum Festpreis. |
| Wir sind ein Team aus Profis | Seit zwölf Jahren Locken schneiden. Nur Locken. |
| Kontaktieren Sie uns | Termin buchen |
- Sprich über sein Problem, nicht über deinen Lebenslauf. „Wieder schmerzfrei laufen“ statt „fortgeschrittene manuelle Techniken“.
- Sei konkret. Zahlen, Fristen, Stadtteile, Namen der Leistungen. Allgemeines glaubt niemand.
- Kurze Sätze. Websites werden überflogen, und zwar am Handy.
- Schreib so, wie du mit einem Kunden sprichst. Würdest du es nicht persönlich sagen, lösch es.
6. Fotos: deine eigenen, auch vom Handy
Stockfotos reichen für den Anfang, aber ein echtes Foto deiner Räume, deiner Arbeit oder von dir schafft mehr Vertrauen als das schönste Katalogbild. Drei Tipps genügen: Tageslicht vom Fenster, ruhiger Hintergrund und das Handy im Querformat für den Kopfbereich.
Wenn du Fotos von Kunden zeigst —ein Vorher-nachher, eine Sitzung, einen Kurs—, brauchst du ihre Einwilligung. Hol sie schriftlich ein, gern per Nachricht, und bewahre sie auf.
7. Schnell und fürs Smartphone gedacht
Die meisten Besuche bei einem lokalen Unternehmen kommen vom Handy, oft mit schwachem Netz und in Eile. Prüf es selbst auf deinem Smartphone, mit mobilen Daten statt WLAN:
- Sind Überschrift und Haupt-Button ohne Scrollen zu sehen?
- Lässt sich mit einer Hand von Anfang bis Ende buchen oder kaufen?
- Kann man die Telefonnummer antippen, um anzurufen?
- Zeigt die Seite in weniger als drei Sekunden etwas Nützliches?
Am meisten bremsen riesige Bilder und Videos, die von selbst starten. Wenn deine Plattform sie nicht für dich optimiert, verkleinere sie vor dem Hochladen.
8. Was das Gesetz verlangt
Sobald eine Website eine wirtschaftliche Tätigkeit darstellt, verlangen deutsches und europäisches Recht bestimmte Angaben und Verhaltensweisen. Das ist nicht freiwillig, und wer Fehler macht, riskiert neben Bußgeldern auch kostenpflichtige Abmahnungen.
- Impressum: Name, ladungsfähige Anschrift, schnelle Kontaktmöglichkeit, gegebenenfalls Handelsregister, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Aufsichtsbehörde oder Kammer und Berufsbezeichnung. Es muss von jeder Seite aus leicht erreichbar sein.
- Datenschutzerklärung: welche Daten du erhebst, wozu, wie lange und wie man seine Rechte nach der DSGVO ausübt. Formulare müssen darauf verweisen.
- Cookies und Tracking: Alles, was nicht unbedingt nötig ist, etwa Statistik von Drittanbietern oder Werbung, darf erst nach Einwilligung laden, und Ablehnen muss so einfach sein wie Zustimmen.
- Wenn du an Verbraucher verkaufst: AGB, Endpreise inklusive Umsatzsteuer, Widerrufsbelehrung und Fristen. Mehr dazu in online verkaufen.
Rechtstexte von einer anderen Website zu kopieren ist eine schlechte Idee: Sie beschreiben die Verarbeitung eines anderen Unternehmens. Erstelle deine aus deinen echten Angaben und lass sie prüfen, wenn du sensible Daten wie Gesundheitsdaten verarbeitest.
9. Bei Google gefunden werden
Für ein lokales Unternehmen hängt die Sichtbarkeit bei Google weniger an technischen Tricks als an Stimmigkeit. Am meisten zählt:
- Ein Google-Unternehmensprofil, vollständig und bestätigt, mit der richtigen Kategorie, Öffnungszeiten, Fotos und Link zur Website.
- Überall dieselben Daten. Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Profil und in Verzeichnissen genau gleich geschrieben.
- Leistung und Ort im Text, ganz natürlich: in der Überschrift, bei den Leistungen und in der Fußzeile.
- Aktuelle Bewertungen. Sie systematisch einzuholen ist die rentabelste Suchmaschinenarbeit überhaupt.
- Eine schnelle, am Handy gut bedienbare Website. Google misst das.
Rankings brauchen Wochen oder Monate, und niemand kann dir eine Position garantieren. Sei misstrauisch bei jedem, der es verspricht.
10. Checkliste vor dem Livegang
- Die Überschrift sagt, was du machst, für wen und wo.
- Der Haupt-Button funktioniert und führt zum Buchen, Kaufen oder Kontaktieren.
- Du hast eine Testbuchung oder einen Testkauf von Anfang bis Ende gemacht.
- Preise und Öffnungszeiten sind aktuell.
- Telefon und Adresse stimmen mit deinem Google-Profil überein.
- Du hast die Seite auf deinem Handy und auf dem einer anderen Person geöffnet.
- Impressum, Datenschutz und Cookie-Einstellungen sind veröffentlicht und in der Fußzeile verlinkt.
- Jemand, der dein Unternehmen nicht kennt, hat die Seite gelesen und in zehn Sekunden verstanden, was du anbietest.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website für ein Unternehmen?
Von einem kleinen Monatsabo bei einer Plattform bis zu mehreren tausend Euro bei einer Agentur. Rechne beim Vergleichen die Kosten der ersten zwei Jahre zusammen: Domain, Hosting, Wartung und die Tools für Buchung oder Zahlung, die du zusätzlich brauchst.
Kann ich die Website selbst bauen, ohne programmieren zu können?
Ja. Baukästen und Branchenplattformen sind genau dafür gemacht. Schwierig ist nicht die Technik, sondern der Inhalt: klare Leistungen, Preise und Texte.
Reichen Instagram oder das Google-Profil nicht aus?
Beide sind unverzichtbar, gehören dir aber nicht: Regeln, Reichweite und sogar das Konto hängen von einem anderen Unternehmen ab. Die Website ist der einzige Ort, an dem du bestimmst, was zu sehen ist, wie gebucht wird und wem die Daten deiner Kunden gehören.
Wie lange dauert es, bis ich bei Google erscheine?
Eine neue Website wird meist nach einigen Tagen bis Wochen indexiert und braucht Monate, um bei umkämpften Suchen zu ranken. Das Google-Unternehmensprofil bringt lokale Sichtbarkeit schneller.
Brauche ich einen Blog?
Nur, wenn du ihn pflegst. Ein seit zwei Jahren verwaister Blog schadet mehr, als er nützt. Wenn du regelmäßig etwas zu erzählen hast —Neuigkeiten, Tipps, Fälle—, hilft er bei Google und beim Vertrauen.